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Soziales

integration

Barrieren überwinden – Grenzen verschwinden

Zentrale Forderungen:

  1. Barrierefreie Stadt
  2. Unterstützung sozialer Initiativen
  3. Weitestgehende Anwendung der DIN 18024 / Enger Austausch der Verwaltung mit Betroffenen
  4. Ressortübergreifende Planung
  5. Dialog der Kulturen – gemeinsam auf Augenhöhe
  6. Einstellung von jungen Migranten in der Stadtverwaltung – Verbesserung interkultureller Kompetenz

Wir wollen kompetent und engagiert das Leben in der Stadt Soest mitgestalten. In Soest sollen alle Menschen ihre Chancen zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten bekommen, Kinder willkommen sein und Menschen im Alter oder mit Behinderungen mitten unter uns leben können.

Wir fordern und fördern eine barrierefreie Stadt Soest. Damit meinen wir auch barrierefrei in den Köpfen. Wir wollen eine politische Kultur der Solidarität entwickeln, in der Respekt, Toleranz und Hilfe sowie das Engagement für die Schwachen selbstverständlich sind.

Auch in der Stadt Soest sind zunehmend viele Menschen von Armut betroffen. Gerade die Kinder aus armen Familien geraten oft in eine gesellschaftliche Außenseiterrolle, aus der sie sich allein kaum befreien können. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass arme Kinder selbst bei gleichen Leistungen, z.B. in der Schule, deutlich schlechtere Zukunfts- und Bildungschancen haben. Viele Armutsursachen können zwar von der Kommunalpolitik nicht behoben werden – umso  unterstützenswerter sind die vielfältigen sozialen Initiativen in Soest wie die „Soester Schulmaterialienausgabe“.

Für Menschen mit Behinderung ist es oftmals schwierig, ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft zu führen, auch wenn dank dem Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung seit 2004 – unter großem Engagement der grünen Abgeordneten im Landtag – deutliche Verbesserungen eingetreten sind. Wir werden weiterhin für alle Menschen mit Behinderungen ein offenes Ohr haben und zusammen mit ihnen und Initiativen wie der Behindertenarbeitsgemeinschaft im Kreis Soest (BAKS) nach Lösungen suchen und Ihre Durchsetzung unterstützen. Dabei gilt es nach wie vor im besonderen Maße für den kontinuierlichen Austausch zwischen Verwaltung und Betroffenen Sorge zu tragen. Die Anforderungen für das barrierefreie Bauen von öffentlichen Verkehrswegen und Gebäuden (DIN 18024) sind in Soest bestmöglich einzuhalten.

Die GRÜNEN unterstützen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Alter. Dabei spielt die Förderung von Potenzialen, die gerade ältere Menschen in hohem Maße bieten, eine große Rolle. Um Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen das Alter als Lebensphase erlebt werden kann, in der ein selbst bestimmtes Leben, kulturelle Teilhabe und soziale Beziehungen möglich sind, braucht es das Wissen und Engagement der älteren und alten Generation. Daher begrüßen wir jede Zusammenarbeit mit Einzelnen oder Gremien wie dem Seniorenbeirat der Stadt Soest um gemeinsam die Vision einer sozialen Stadt Soest zu verwirklichen.

Unser Ziel ist die Stärkung des solidarischen Zusammenlebens. Eigeninitiative, Kreativität und Selbstbestimmung der Menschen wollen wir fördern. Hierfür gilt es, die nötige Infrastruktur in den Stadtteilen weiter zu schaffen und kleine tragfähige soziale Netze aufzubauen. Neben der Bereitstellung und Sicherung von preiswertem Wohnraum, insbesondere für Familien und Senioren mit geringen Renten, ist es uns wichtig, dass sich die Infrastrukturen der Stadtteile an Jung und Alt orientieren. Hier sehen wir eine wichtige ressortübergreifende Zukunftsaufgabe sowohl für die Sozial- als auch für die Stadt- und Verkehrsplanung.

Für Menschen mit Behinderung ist der Ausbau von barrierefreien Wohnungen und Unterstützung zum selbständigen Wohnen eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Dreh- und Angelpunkt ist aber auch hierbei, dass ausreichend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht.

Zusammenleben mit Menschen mit Migrationshintergrund

In Soest leben viele Menschen mit Migrationshintergrund: Einige kommen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken und haben vom Anfang an die deutsche Staatsangehörigkeit, andere sind in der Türkei oder in einem anderen Land geboren und haben hier vielleicht die deutsche Nationalität erworben. Oder sie sind Nachkommen von Migranten und haben Soester Kindergärten und Schulen besucht; manche sind noch „AusländerInnen“, leben aber schon lange bei uns – oder sie sind Flüchtlinge und möchten hier in Soest bleiben.

Das friedliche Zusammenleben mit diesen Menschen, die aus anderen Kulturkreisen kommen, ist in Soest Selbstverständlichkeit geworden. Ein Ausländerbeirat ist schon lange Realität und ein Ausländerbeauftragte ist bei der Stadtverwaltung für ihre Angelegenheiten zuständig. Internationale Feste und Begegnungen finden regelmäßig statt.  Die Sprachförderung in Kindergärten und Schulen hat sich in den letzten Jahren verbessert. Und viele Erwachsene nehmen an Integrationskursen teil. Dennoch sind viele Menschen überfordert und frustriert, besonders Frauen und junge Migranten ohne Ausbildungs- oder Berufsperspektiven.

Für uns Soester GRÜNE ist das Ziel Dialog auf allen Ebenen und Integration auf gleicher Augenhöhe, gleichberechtigte Teilhabe und Mitwirkung zugewanderter BürgerInnen. Schon längst hätte in Soest ein Integrationskonzept in vielen anderen Städten erarbeitet werden müssen. Wir nehmen mit Wohlwollen zur Kenntnis, dass die Verwaltung neuerdings die Durchführung eines Integrationskonzeptes bis Ende 2009 plant. Wir werden diese Planung aktiv unterstützen.

Wir unterstützen die Forderung des Ausländerbeirates einen Raum für Treffen und Veranstaltungen aller anzubieten – wie das Haus der Kulturen in Lippstadt.

Mitgebrachte Kompetenzen der Migranten werden häufig nicht anerkannt. Dabei können wir es uns nicht mehr erlauben vorhandene Potentiale nicht zu nutzen. Bei den Ausbildungsplätzen innerhalb der Stadtverwaltung müssen junge Menschen mit Migrationshintergrund  berücksichtigt und gefördert werden. Eine nachträgliche Einstellung solcher qualifizierter Mitarbeiter aus dem Kreis der Migranten könnte die interkulturelle Kompetenz im Rathaus verbessern.