Soest entwickeln – Grün erhalten
Zentrale Forderungen:
- Ausweisen des „Soester Südens“ als Siedlungsbereich mit besonderem Förderbedarf – „Soziale Stadt“
- Altlastensanierungs- und Umnutzungskonzept für die Kaserne „Kanaal van Wessem“ als Gewerbegebiet
- Umnutzungskonzept für die Kaserne BEM ADAM als Kulturwirtschafts-, Erinnerungs- und Bildungszentrum
- Städtebauliches Entwicklungskonzept Kohlbrink – Aufgabe des Standortes Finanzamt
- Überprüfen des Wohnbauflächenkonzeptes – um Landschaftsverbrauch zu minimieren
- Naturnaher Ausbau des Soestbachs zwischen Großer Teich und C&A-Parkplatz sowie Brüderwall und London-Ring
- Erhalt des Freibadgeländes als öffentlich zugängliche Grünanlage mit Fuß- und Radweg
Wir wollen eine Stadt der kurzen Wege, die mit intelligenten städtebaulichen Konzepten die Erlebnis- und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt stärkt und diese als Ort der Kultur und Begegnung aufwertet – sowohl für die Bevölkerung der Stadt und des Umlands als auch für die Menschen, die Soest besuchen und erleben wollen. Uns geht es insbesondere um den „ottonischen Kern“ der Stadt Soest: Vreithof, Domplatz und nördlicher Petrikirchhof sollen ihre städtebaulichen und historischen Qualitäten auto- und verkehrsfrei entwickeln können. Mit dem Innenstadtkonzept haben die GRÜNEN einen Handlungsrahmen vorgelegt, der – nach einer eingehenden Analyse der Einzelhandelsentwicklung in Soest – neue Entwicklungsperspektiven aufzeigt.
Für eine nachhaltige und sozialverträgliche Stadtentwicklung gelten für uns GRÜNE folgende Grundsätze:
- Eine nachhaltige Stadtentwicklung setzt auf eine vernetzte Sichtweise und behält kulturelle Aspekte und Sozialverträglichkeit mit im Blick.
- Die soziale Entwicklung der Stadt Soest hat entscheidenden Einfluss auf die Nachhaltigkeit, die wir im Bereich der Stadtentwicklung anstreben.
- Die Grundlagen der Stadtentwicklung, wie wir sie verstehen, orientieren sich am Leitbild einer alten- und behindertengerechten Stadt Soest. Bei allen städtebaulichen Entwicklungen ist auf die Veränderung der Alterspyramide und die Anforderungen an barrierefreies Bauen (DIN 18024) zu achten.
- Die besonderen Interessen, die Frauen, Kinder und Jugendliche an der städtebaulichen Entwicklung der Stadt Soest haben, stehen bei den GRÜNEN im Vordergrund der kommunalpolitischen Arbeit. Bei der Ermittlung der Bedürfnisse und Vorstellungen dieser Bevölkerungsgruppen wollen wir neue Wege gehen – und sie aktiv an der Entwicklung von Ideen beteiligen.
Unser Ansatz ist es die Innenstadt konsequent zu stärken. Das heißt für uns auch, dass wir die Lagen am Stadtrand nicht weiter ausbauen wollen. Dabei haben die bestehenden Groß- und Fachmärkte am Stadtrand nach wie vor ihre Existenzberechtigung. Diese gilt es zu bewahren – womit notwendigerweise eine zeitgemäße Anpassung durch Modernisierung verbunden ist.
Aber auch die Einzelhandelsentwicklung der Innenstadt darf sich nicht auf die Weiterentwicklung der Brüderstraße als Fußgängerzone beschränken. Wir wollen einerseits die Entwicklung des City-Center und des Bahnhofsbereichs fördern, um das bisherige Angebot durch interessante Anbieter zu ergänzen. Andererseits wollen wir den südlichen Bereich um Grandweg und Jakobistraße mit ihrem besonderen Profil weiterentwickeln. Wir begrüßen die neue Stadtbus-Rendezvous-Haltestelle auf dem Hansaplatz. Der Schweinemarkt mit seiner chaotischen Parksituation muss eine neue städtebauliche Funktion erhalten. Den umliegenden Gemeinden wollen wir die Möglichkeit eröffnen dörfliche Strukturen durch eine vorsichtige städtebauliche Entwicklung zu erhalten.
Eine nachhaltige Stadtentwicklung muss sich vor allem auf das vorhandene Wohnangebot konzentrieren – etwa in der Sputnik-Siedlung an der Martin-Opitz-Straße, der Süd-Ost-Siedlung und der ehemaligen „Englischen Siedlung“. Hier stand kurzfristig ein großes Angebot an preiswertem Wohnraum zur Verfügung, der sich dann zu sozialen Brennpunkten entwickelt hat. Mit den Förderprogrammen „Stadtumbau West“ und der „Sozialen Stadt“ hat die Stadt Soest die Möglichkeit, die Siedlungen der 50ziger und 60ziger Jahre ökologisch und sozial umzubauen. Die GRÜNEN werden die laufende Bestandsaufnahmen Landesentwicklungsgesellschaft LEG im Soester Süden konstruktiv begleiten. Insbesondere im innenstadtnahen Bereich gilt es preiswerten Wohnraum zu erhalten und das Wohnumfeld insbesondere für Familien mit Kindern zielgruppengerecht zu gestalten.
Trotz allem genügen diese bisherigen Aktivitäten nicht, um den Bedürfnissen des Soester Südens gerecht zu werden – wo viele Familien mit Kindern leben, der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund relativ hoch ist, und wo es eine hohe Konzentration an sozialem Wohnungsbau gibt. Hier sind weitere intensive Integrationskonzepte gefragt.
Wir wollen das ökologische Wohnen weiter fördern. Ein erster Schritt in Soest war die Ökosiedlung im Soester Norden, ein zweiter Schritt ist nun die Ausweisung einer Solarsiedlung im Bebauungsplan „Am Ardey“. Der Gedanken des ökologischen Bauens und Wohnens soll Eingang in alle städtebaulichen Entwicklungen der Stadt Soest finden. Bündnis90/Grüne stehen für den
Grundgedanken einer flächenschonenden Bebauung.
Hierzu gehört, dass Baulücken in der Innenstadt geschlossen werden müssen und alte Siedlungsflächen neu genutzt werden – wie z.B. die BEM-ADAM- und die Kanaal-van-Wessem-Kaserne oder die freien Flächen im Bahnhofsbereich. Für weitere neue Baugebiete am Stadtrand besteht aus unserer Sicht kein Bedarf.
Die ehemaligen Bahn-Flächen im Soester Norden können jetzt für Handel, Gewerbe und Wohnen neu genutzt werden. Die Wohngebiete im Soester Norden sind mit einer Unterführung im Bahnhofsbereich an die Innenstadt angebunden.
Selbst wenn sich das Prinzip des flächenschonenden Bauens durchsetzen sollte, müssen wir damit rechnen, dass die radialen Grün- bzw. Frischluftschneisen für Bautätigkeiten in Anspruch genommen werden sollen. Diese Gebiete, in denen Kaltluft entsteht, dienen nicht nur der Lufthygiene, sondern erhöhen auch die Wohn- und Aufenthaltsqualität in den Wohngebieten selbst. Wir GRÜNE stehen für den Bestandsschutz und die Weiterentwicklung der Grünradialen, die darüber hinaus attraktive Fuß- und Radverbindungen zur Innenstadt aufnehmen können.







