Verkehr vermeiden – ohne Auto mobil
Zentrale Forderungen:
- Autofreier Innenstadtkern vom Petrikirchhof bis zum Vreithof
- Neuordnung des Verkehrs am Schweinemarkt
- Reduzierung des Straßenraumes im Stadtbereich B229 / des Kreuzungspunktes B1/B229
- Lärmschutz an der B229 und an der A44
- Neues City-Logistik-Unternehmen als Warenverteil-Zentrum für die Soester Innenstadt.
- Anbindung der Ortsteile an die Kernstadt mit Fahrradwegen – mit Tempo 70 auf diesen Straßen
- Anbindung des Baugebiets 50 über eine Fuß- und Radwegverbindung über den Wiesengraben, Jahnstadion und Rosengärten an die Soester Innenstadt.
In den vergangenen Jahren haben die GRÜNEN die Verkehrspolitik in Soest geprägt – das Ziel einer verkehrsarmen Stadt Soest ist aber noch nicht erreicht.
Wir GRÜNE treten für einen verkehrs- und autofreien Kernbereich in der Innenstadt ein. Neben dem Marktplatz sollen auch der nördliche Petrikirchplatz und der Vreithof nur den FußgängerInnen und den RadfahrerInnen vorbehalten bleiben. Das Parken auf dem Schweinemarkt muss erheblich reduziert werden, um den Menschen, die nicht in Autos sitzen, ein gefahrloses Überqueren des Platzes zu ermöglichen. Der Hansaplatz, der 2009 zur Drehscheibe des öffentlichen Nahverkehrs umgebaut wird, muss auch städtebaulich aufgewertet werden.
Wir wollen eine lebenswerte Stadt, in der sich Kinder frei bewegen können. Eine Stadt mit weniger Lärm und Abgasen, in der die Straße wieder Lebensraum wird. Das Ergebnis ist mehr Verkehrssicherheit, mehr Rücksichtnahme und weniger Umweltbelastung.
In der Stadt Soest sind in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Tempo-30-Zonen ausgewiesen worden. Es hat sich aber gezeigt, dass die bisherige Politik nicht ausreicht. Wir müssen umdenken und Verkehrspolitik anders gestalten: Verkehr vermeiden, Verkehr beruhigen. Das zu Fuß Laufen und Fahrradfahren muss attraktiver werden – dies sind die Ziele unserer kommunalpolitischen Arbeit.
Verkehr vermeiden
Mobilität bedeutet Beweglichkeit und nicht “immer mehr Verkehr”. Die Stadtentwicklung der letzten Jahrzehnte hat nur die Verkehrsdichte wachsen lassen, nicht aber die Mobilität. Die zurückzulegenden Entfernungen – zum Arbeitsplatz, Arztbesuch, Einkauf von Dingen des täglichen Lebens und Freizeit – sind aber größer geworden. Gefragt sind in Soest intelligente städtebauliche Konzepte, die in Stadt- und Ortsteilen Strukturen schaffen die Wohnen, Arbeiten, Dienstleistungen und Freizeitbedürfnisse wieder zusammenführen.
Verkehr beruhigen
Der nicht zu vermeidende Autoverkehr muss stadtverträglich gestaltet werden – langsam, geräuscharm und schadstoffarm!
Die Parkplätze in der Innenstadt sind konsequent mit Parkscheinautomaten bis 19:00 Uhr zu bewirtschaften. Die Parkgebühr für das Parken in der Innenstadt und die Kosten für eine Fahrt mit dem StadtBus in die Innenstadt müssen angeglichen werden. Erst mit gleichen Kosten ist die Wahl der Verkehrsmittel frei, erst dann wird der Stadtbus zu einer echten Alternative. Wir treten für eine landesweite Initiative für ein Sozialticket im Öffentlichen Nahverkehr in NRW ein.
Die Wohnquartiere innerhalb des Stadtwalls müssen konsequent vor dem Parksuchverkehr geschützt werden. Zonenhalteverbote, verbunden mit einem Anwohnerparkrecht, verhindern zusätzliche Verkehrsbelastungen. So sollen innerstädtische Freiräume für spielende Kinder zurückgewonnen, Umweltbelastungen gesenkt und zugleich die Lebens- und Wohnqualität erhöht werden.
Verkehr verlagern
Die Hälfte aller zurückgelegten Wege in Soest ist kürzer als fünf Kilometer. Attraktive Fuß- und Radwegenetze sollen dafür sorgen, dass kürzere Wege leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt werden können. Soest ist in das Landesprogramm „Fahrradfreundliche Stadt“ aufgenommen worden. Dies ist für die Stadt Soest eine besondere Verpflichtung noch mehr als bisher mit innovativen Konzepten Radverkehrsförderung zu betreiben.
Für Menschen, die zu Fuß gehen, wollen wir insbesondere
- Fußgängerampeln in der Innenstadt durch besonders markierte Übergänge im Straßenverlauf ersetzen,
- baufällige Straßen vor allem alten- und behindertengerecht sanieren,
- die Wartezeit vor Ampeln an Straßenkreuzungen verkürzen und die Zeit zur Überquerung verlängern,
- eine Stadtverkehrsplanung umsetzen, die generell Frauenbelange mitdenkt und das Entstehen von Angsträumen vermeidet.
Für Menschen, die mit einem Fahrrad unterwegs sind, wollen wir
- Fahrradstraßen ausweisen, die von den Wohnbereichen aus die Innenstadt sicher erschließen. In diesen Fahrradstraßen müssen sich AutofahrerInnen dem Radverkehr unterordnen.
- die am Ardeyweg entstehenden Wohngebiete sowie Kombibad und Sportgelände mit einer „Fahrradstraße“ Oelmüllerweg über den Heinsbergplatz hinweg an die Innenstadt anbinden.
Für Menschen, die den Öffentlichen Nahverkehr nutzen:
- Die RLG hat jedes Jahr 4% ihrer Fahrgäste verloren. Erst im Jahr 2006 konnte das StadtBus-Konzept in reduziertem Umfang umgesetzt und der Trend gestoppt werden. Wir wollen mit einer neuen Linienführung des StadtBusses im Soester Norden (Teinenkamp – Endloser Weg – Oelmüllerweg – Heinsbergplatz – Hansaplatz) das Angebot stärken. Mit zusätzlichen Serviceangeboten soll der StadtBus noch attraktiver werden. Weiterhin treten wir für die Einführung eines Nordrhein-Westfalen-Sozialtickets ein.
Neues City-Logistik-Unternehmen
Der Wirtschaftsverkehr belastet mit immer größeren Fahrzeugen die Innenstadt von Soest. Diese Art der Warenlieferung belastet die Umwelt, hat Auswirkungen auf die Umsätze des Einzelhandels und mindert die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.
Wir schlagen ein neues City-Logistik-Unternehmen vor, das die die in Soest ankommenden Warenströme auffängt, am Stadtrand bündelt und mit Soester Spediteuren umweltverträglich an die Unternehmen in der Innenstadt verteilt.







