GRÜNE Ideen für die Soester Wirtschaft – Arbeitsplätze für mehr Lebensqualität
Zentrale Forderungen:
- Produkte aus der Region fördern
- Vielfältige Wirtschaftsstruktur erhalten und ausbauen
- Umwelt-, Gesundheits- und Kreativwirtschaft stärken
- Soziale und ökologische Gewerbeansiedlung fördern
- Qualität statt Quantität bei der Einzelhandelsentwicklung
- Sanfter Tourismus
Wir GRÜNEN setzen in der Krise auf eine konsequente Politik der sozialen und ökologischen Erneuerung unserer Marktwirtschaft. Wir wollen die ökologische Modernisierung in allen Wirtschaftsbereichen vorantreiben, den Jobboom in der Umweltbranche verstärken und mit Investitionen in Bildung und Gesundheit für mehr soziale Gerechtigkeit und neue Arbeitsplätze sorgen. GRÜNE Marktwirtschaft versucht die Zukunft mitzudenken: Wir stehen für eine Politik, die das Ausblenden der Zukunft in der traditionellen Marktwirtschaft überwindet – für uns ein Gebot der Generationengerechtigkeit. Die Chance für einen Strukturwandel zu einer nachhaltigen Art des Wirtschaftens ist jetzt da – Zeit für GRÜN:
Aus der Region, für die Region
Kleine und mittlere Betriebe bilden das Rückgrat der Soester Wirtschaft. Ein Großteil der ArbeitnehmerInnen ist in mittelständischen Industrie- und Handwerksunternehmen tätig. Daher liegt das Augenmerk der GRÜNEN Wirtschaftspolitik vor allem auf der Unterstützung dieser Unternehmen.
Dabei kann die Stadt Soest als Großverbraucher mit ihrer Beschaffung und wirtschaftlichen Aktivitäten einen beachtlichen Beitrag leisten: Wir wollen, dass Ausschreibungen mit dem Kriterium „Aus der Region“ verbunden werden. So fördern wir die regionalen Wirtschaftskreisläufe und stärken das Soester Handwerk, den Handel und die Landwirtschaft, binden Kaufkraft in Soest und schaffen somit neue Arbeitsplätze vor Ort. Gleichzeitig vermeiden regionale Wirtschaftskreisläufe unnötigen Verkehr.
Nur eine GRÜNE Idee: Wir treten dafür ein, dass Kantinen und Küchen kommunaler Einrichtungen Lebensmittel aus der Region anbieten – und zwar gentechnikfrei und ökologisch produziert.
Wirtschaftliche Vielfalt erhalten
Soest befindet sich wie viele andere Städte in einem Strukturwandel. Die Stadt profitiert jedoch von seiner vielfältigen und stark mittelständisch geprägten Wirtschaftstruktur. Diese „Tausendfüßler”-Struktur gibt Soest einen Schutz vor Konjunktureinbrüchen wie sie gerade von der Automobilzulieferern in der Region erlebt wird. Wir GRÜNE wollen diese wirtschaftliche Vielfalt erhalten und zielgerichtet weiterentwickeln.
Ein Motor eines Strukturwandels kann die Fachhochschule Südwestfalen sein. Die Abteilung Soest muss sich dazu aus der bisherigen Struktur lösen und sich auf die gerade gegründete Fachhochschule Lippstadt/Hamm hin orientieren. So wird die Hellweg-Region gestärkt. WissenschaftlerInnen der Fachhochschule sind auch die Akteure in dem Technologietransfer-unternehmen TWS, in dem die Marktreife von Entwicklungen an der Fachhochschule gefördert wird. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Soest hat hier die Aufgabe passgenaue Kontakte zu Unternehmen in Soest herzustellen.
Umweltwirtschaft – Ökologie schafft Arbeitsplätze
Erneuerbare Energie ist Zukunftstechnologie – Umweltschutz schafft Arbeitsplätze: In der Umwelttechnologie und der Biobranche gibt es heute 1,8 Millionen Jobs in Deutschland. Ob in Soest, Ense oder Erwitte – diese Branche bietet vielen Menschen interessante und sichere Arbeitsplätze. Unternehmen, die bei Klima- und Umweltschutz zurückfallen, verlieren Absatzmärkte und Investoren. Umweltaspekte kommen in immer mehr Branchen zum Tragen – vom naturnahen Tourismus bis hin zu ressourcen- und umweltschonenden Informationstechnologien. Umweltschutz bietet damit auch zahlreiche zukunftstaugliche Ausbildungschancen. Wir GRÜNE wollen die Arbeitsplätze im Umwelt- und Klimaschutz in Soest massiv ausbauen:
- Elementarer Bestandteil einer Energieversorgung durch erneuerbare Energien ist die Energieeinsparung und die Steigerung der Energieeffizienz, sowie ein intelligentes Strommanagement im Rahmen einer künftigen Netzinfrastruktur – dabei entstehen neue hochqualifizierte Arbeitsplätze in den Bereichen Solarenergie, Windkraft, Biogas.
- Um unsere Klimaziele zu erreichen, müssen wir die private Gebäudesanierung und die Modernisierung der öffentlichen Gebäude deutlich beschleunigen – ein Investitionsschub, der die Beschäftigung vor allem im Soester Handwerk verbessert.
- Bio boomt: Im Jahr 2008 ist der deutsche Bio-Markt erneut um 10% gewachsen. Biolandbau bringt nicht nur wertvolle Produkte hervor, sondern ist auch beschäftigungsintensiv. Derzeit arbeiten deutschlandweit 160.000 Menschen in der Biobranche, in den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Arbeitsplätze nahezu verdoppelt. Wir wollen den Anteil des Biolandbaus an der landwirtschaftlichen Fläche im Kreis Soest massiv ausweiten.
- Effiziente Antriebstechniken, umweltfreundliches Verkehrsmanagement, intelligente Mobilität, Ausweitung des ÖPNV – laut Studien wird sich das Marktvolumen im Bereich Verkehr bis 2020 verdoppeln und kann den bevorstehenden Strukturwandel in der Automobilindustrie mehr als ausgleichen.
- Nicht zuletzt durch das Engagement der GRÜNEN ist Soest seit Mitte der 80er Jahre Vorreiter einer modernen Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Abfälle zu vermeiden, intelligent wiederzuverwerten oder umweltgerecht zu entsorgen bleibt eine wichtige Herausforderung, der sich die Stadt auch weiterhin stellen muss – zum Beispiel mit der Kopplung von Kompostierungs- und Biosgasanlagen.
- Wir unterstützen weiterhin das Projekt „Ökoprofit”, das betriebs- und produktionsintegrierten Umweltschutz für die Betriebe zum Inhalt hat. Durch die Beratung der Soester Stadtwerke konnten bereits in den zurückliegenden Jahren erhebliche Betriebsstoffe (Energie, Wasser, Strom und Sprit) eingespart werden und ressourcensparende Produktionsabläufe umgesetzt werden.
Gesundheitswirtschaft
Soest ist die kommende „Gesundheitsstadt” im Kreis Soest: Mit zwei Krankenhäusern wird nicht nur die Basisversorgung sichergestellt, sondern mit dem Klinikum Stadt Soest und dem Kloster Paradiese eine Spitzenversorgung in der Region angestrebt. Zahlreiche Praxen im medizinischen Bereich und viele medizinische Dienstleistungen, Beratungsstellen, Angebote der ambulanten und stationären Pflege sowie zur Weiterqualifizierung von Fachkräften arbeiten in Soest erfolgreich und auf hohem Niveau. Die Zahl der Arbeitsplätze in diesen Bereichen ist enorm. Die herausragende Bedeutung für den Arbeitsmarkt in Soest und der Region müssen stärker als Standortfaktor begriffen und auch im Stadtmarketing offensiver berücksichtigt werden.
Kreativwirtschaft
Kulturelle und kreative Akteure und Aktivitäten erzeugen eine kommunikative Atmosphäre, die ein um die Kulturkaserne BEM ADAM herum entstehendes neues Stadtquartier prägen soll. Wir wollen, dass hier ein neuer urbaner Raum für Arbeiten, Begegnen und Leben entsteht Das neue Quartier mit seinem besonderen Profil entsteht nicht durch zusätzlichen Flächenverbrauch, sondern durch die Umwandlung des geschichtsträchtigen Erinnerungsortes zu einer neuartigen Lebens- und Arbeitswelt – mit neuen Arbeitsplätzen etwa in der Druck-, Werbe- und Medienwirtschaft oder im Management von Veranstaltungen und von internationalen Begegnungen im Kontext der Geschichtswerkstatt Französische Kapelle.
Sanfter Tourismus
„Klimafreundlich und grün” – das ist ein aus unserer Sicht noch zu wenig beachtetes Markenzeichen für Soest. BesucherInnen und TouristInnengruppen zeigen sich nicht nur beeindruckt von der historischen Altstadt und der Parklandschaft, die sich an den Wällen und in die Stadt hinein erstreckt. Die Kultur- und Baugeschichte der Stadt Soest ist ein bedeutender touristischer Standortfaktor und deshalb Grundlage für viele Arbeitsplätze im Bereich des Tagestourismus.
Gewerbeflächen: Freiräume schützen, ökologische Kriterien berücksichtigen
Wir GRÜNE wollen eine neue Gewerbeflächenpolitik: Soest braucht ein marktgerechtes Flächenangebot, das sich an regionalen Kompetenzfeldern mit klarem Soester Profil orientiert. Bei neuen Flächenangeboten müssen künftig ökologische Kriterien berücksichtigt werden. Dabei wollen wir vor allem industrielle Brach- und nicht mehr benötigte Bahnflächen reaktivieren.
Wir unterstützen interkommunale Gewerbegebiete, die mit den Gemeinden Möhnesee und Bad Sassendorf entwickelt werden können. Nach der erfolgreichen Umnutzung der Kasernen Steenstraate und Rumbecke zur Wohnbaufläche und auf der anderen Straßenseite zur Fachhochschule, stehen die Kasernen BEM ADAM für die Kreativwirtschaft und die Kaserne Kanal van Wessem als optionales Gewerbegebiet zur Verfügung.
Unternehmen und Organisationen, die ein zertifiziertes System zur Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes nutzen und die ihre Gebäude nach ökologischen Kriterien planen, sollen bei der Vergabe städtischer Gewerbeflächen größere Chancen erhalten.
City-Logistik aufbauen
Wir fordern ein Pilotprojekt „City-Logistik“: Bei der City-Logistik handelt es sich um ein überbetriebliches Management der gewerblichen und privaten Güter- und Warenbewegungen innerhalb der Stadt. Ein neues City-Logistik-Unternehmen fängt die die in Soest ankommenden Warenströme auf, bündelt sie am Stadtrand und verteilt sie umweltverträglich mit Soester Spediteuren an die Unternehmen in der Innenstadt. So können wir überflüssige Kfz- und LKW-Fahrten vermeiden und die Schadstoff- und Lärmsituation in Soest verbessern. Unternehmen und Organisationen, die an der City-Logistik teilnehmen, können mit einem Umwelt-Label ausgezeichnet werden. Dieses Umwelt-Label schafft Imagevorteile für Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie und Stadt und bietet Marketing-Chancen für alle beteiligten Partner.
Einzelhandel: Qualität statt Masse!
Bei der Stadtentwicklung geht die Strategie, großflächige Ansiedlungen auf der grünen Wiese zu verhindern, auf. Das Scheitern der ECE-Ansiedlung mit rund 25.000 qm Verkaufsfläche am Brüdertor im Jahr 2003 war gut für Soest. Als Alternative haben die GRÜNEN die Reaktivierung der ehemaligen Bahnflächen am nördlichen Rand der Altstadt und der Bau des City-Center aktiv unterstützt. Der Zuwachs gerade im Discount-Bereich zeigt aber die gegenwärtige Entwicklung im Einzelhandel. Zuwächse im Umsatz gibt es nur bei KiK, Lidl & Co oder im hochpreisigen Einzelhandel, der aber in Soest mit „Gerry Weber“ oder „La Mode“ eher unterrepräsentiert ist.
Wir sehen es als Zukunftsaufgabe der Wirtschaftsförderung an die neuen Flächen, die im oberen Teil der Brüderstraße in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind, zu konsolidieren und qualitativ aufzuwerten. Das Denkmodell einer zweiten, parallel verlaufenden Fußgängerzone zwischen C&A und dem Finanzamt am Kohlbrink wird von den GRÜNEN nicht unterstützt. Die dadurch entstehende 1b-Lage wäre kontraproduktiv für die Entwicklung des Bahnhofs/City-Centers.
Der klassische “Inhabergeführte Einzelhandel“ wandelt sich auch hier zu mittelständischen Unternehmen mit regionaler Ausstrahlung. Der Schwerpunkt der kommunalen Planung muss in der Förderung und Unterstützung kleiner regionaler Unternehmen liegen, die hier in Soest Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen.
Ab 20 Uhr muss Schicht sein – keine weitere Verlängerung der Ladenöffnungszeiten!
Die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten bis teilweise 24 Uhr halten wir GRÜNEN für falsch. Auch wenn in den meisten Bereichen der Stadt auf weitergehende Öffnungszeiten verzichtet wurde, halten wir diesen Weg hin zur Ladenöffnung rund um die Uhr für falsch. Der Zugewinn für den Einzelhandel ist marginal – längere Öffnungszeiten schaffen nicht mehr Kaufkraft. Stattdessen gehen die längeren Ladenöffnungszeiten zu Lasten der Beschäftigten und ihrer Familien. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die gesetzliche Regelung „Bis maximal 20 Uhr“ wieder hergestellt wird.
Unabhängige VerbraucherInnenberatung wichtiger denn je
Finanzkrise, steigende Energiekosten, wachsende Verschuldung, vermehrte Lebensmittelskandale in den letzten Monaten haben viele Verbraucherinnen und Verbraucher verunsichert. Die Verbraucherzentrale NRW wird 2010 in Soest eine Beratungsstelle an zwei Tagen in der Woche im Bürgerbüro des Soester Rathauses einrichten, mit der Option, sie ab 2011 auf alle Wochentage auszudehnen. Für die GRÜNEN ist entscheidend, dass die Energieberatung der Stadtwerke Soest und die Beratung der Verbraucherzentrale NRW in Zukunft ganzheitlich, an zentraler Stelle in der Innenstadt angeboten wird.







